Fortbildungen in Zeiten der Pandemie: ein Schub für das Online-Lernen

Spezifische Online-Angebote für pädagogische Fach- und Lehrkräfte gehören schon seit Jahren zum Fortbildungsprogramm der Stiftung. Die deutliche Erweiterung dieses Angebots aufgrund der Corona-Pandemie ab März sorgte für neue Herausforderungen. Einerseits stieg die Zahl derjenigen, die die Online-Lernangebote nutzen, infolge der Schließungen der Bildungseinrichtungen rapide an. Anderseits mussten die bis dato geplanten Präsenzfortbildungen für Trainerinnen und Trainer digitalisiert werden.

Mit dem ersten Lockdown stiegen die Registrierungszahlen auf der stiftungseigenen Lernplattform Campus sprunghaft an: allein im März und April um fast 20.000 Personen, bis Jahresende auf insgesamt 37.321. Neben 32 moderierten Online-Kursen führte die Stiftung 54 Webinare für die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte sowie die Trainerinnen und Trainer durch. Das waren insgesamt 60 Online-Lernangebote mehr als ursprünglich für dieses Jahr geplant. Zudem konnten die Nutzenden darüber hinaus auf umfassende Selbststudieninhalte zurückgreifen: Es standen 29 offene Online-Kurse und auch verschiedene Videos bzw. Audio-Angebote zur Verfügung.
Insgesamt überreichte die Stiftung im Jahr 2020 88.688 Teilnahmebescheinigungen (2019: 1.603 ). Die beeindruckende Steigerung entkräftet die Vermutung aus Zeiten vor der Corona-Pandemie, dass pädagogische Fach- und Lehrkräfte Online-Angeboten eher zurückhaltend begegnen: Sie nutzen die Online-Lernangebote gern und intensiv – wenn sie, wie während des Lockdowns, auch tatsächlich Zeit dafür haben.

Digitale Formate zur Qualifizierung der Trainerinnen und Trainer

Etwa 500 Trainerinnen und Trainer führen im Auftrag von bundesweit über 200 Netzwerkpartnern für das „Haus der kleinen Forscher“ Fortbildungen für pädagogische Fach- und Lehrkräfte durch. Dafür werden sie von der Stiftung fortlaufend qualifiziert. Mehr als die Hälfte ihrer MINT-Fortbildungen und sämtliche Fortbildungen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wurden bis Ende 2020 in digitale Formate umgewandelt und durchgeführt. Die Stiftung stellte zudem zwei etablierte Online-Angebote für die Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern bereit. Begleitend entwickelte sie Angebote, die Trainerinnen und Trainer fit machen, um selbst Webinare und Online-Kurse zu geben. So konnten die Netzwerkpartner vor Ort den pädagogischen Fach- und Lehrkräften digitale Angebote machen, um den Ausfall der Präsenzformate zu kompensieren.

Neue Bildungsangebote

Die Corona-Pandemie beeinflusste die Entwicklung der neuen Bildungsangebote sehr. So mussten typische Meilensteine wie das Testen von Praxisideen in Kitas und Grundschulen bzw. Fotoshootings für Materialien auf unbestimmte Zeit verschoben oder im privaten Raum mit stark begrenzter Kinderzahl realisiert werden. Erfahrung, Zuversicht und Flexibilität halfen, um die neuen Bildungsangebote fertigzustellen.
 

Unsichtbare Kräfte entdecken

Seit November 2020 können pädagogische Fach- und Lehrkräfte das neu aufgelegte Bildungsangebot zu „Magnetismus“ erleben. Neu sind u. a. das Thema „Vergleichen, messen und auswerten“ sowie das Karten-Set für Kinder. Das Angebot wurde auf die Altersgruppe von drei- bis zehnjährigen Kindern erweitert. Zudem entspricht es dem aktualisierten Pädagogischen Ansatz (2019) der Stiftung. So enthält das Bildungsangebot explizit die Perspektive einer nachhaltigen Entwicklung; auch sind Print-, Präsenz- und Online-Formate noch besser miteinander verzahnt. Neben der klassischen Themenmappe mit Broschüre, zwei Karten-Sets, einer Handreichung und einem Wegweiser gibt es mehrere kompakte Online-Angebote, sogenannte Lern-Nuggets.


MINT geht digital

Der Einsatz digitaler Medien in Lernumgebungen ist kein Selbstzweck, sondern kann und soll eine Bereicherung für Bildungsprozesse sein. Wie das gelingt, können pädagogische Fach- und Lehrkräfte in der neu entwickelten Bildungsveranstaltung „MINT geht digital“ erfahren. Das Angebot umfasst einen interaktiven Vortrag plus Workshop, ein E-Book und ein Video. Praktische Beispiele veranschaulichen, wie digitale Medien das Entdecken und Forschen bereichern können. So können die Kinder mit dem digitalen Endoskop das Leben im Ameisenhaufen entdecken oder mit einem digitalen Mikroskop beim Spaziergang Blätter direkt vergrößert betrachten, ohne sie abreißen zu müssen.

Ob beim Ausflug in den Wald oder beim Entdecken und Forschen in der Einrichtung: So können pädagogische Fach- und Lehrkräfte digitale Medien sinnvoll in ihrem pädagogischen Alltag einsetzen.
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