Starke Partner vor Ort – drei Beispiele

Auch in herausfordernden Zeiten wie im Jahr 2020 trägt das bundesweite Netzwerk der Stiftung mit ihren regionalen Partnern. Grund dafür ist auch die große Vielfalt der Aktiven über alle Bereiche hinweg – sei es Wirtschaft, Zivilgesellschaft oder öffentliche Hand. Die folgenden Beispiele verdeutlichen die strategisch wichtige Diversität der Netzwerkpartner.

Strategisches Bildungsengagement entlang der gesamten Bildungskette – Industrie- und Handelskammer Ulm

Max-Martin W. Deinhard, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm
© IHK Ulm
Max-Martin W. Deinhard, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm

Die MINT-Bildung in der Region der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm hat einen hohen Stellenwert – und zwar entlang der gesamten Bildungskette. Von der Kita als wichtigem Lern- und Bildungsort bis zum Schulabschluss knüpft die IHK an die Neugier und Entdeckungsfreude der Kinder an und unterstützt das Ausprobieren, Entdecken und Forschen. Dieses Engagement ist der IHK Ulm so wichtig, dass sie es in ihrer Strategie 2030 verankert hat. Ziel ist es, die Faszination für Naturwissenschaften und Technik langfristig und nachhaltig zu wecken und damit einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten.

„Im Elementarbereich erreichen die pädagogischen Fachkräfte alle Kinder mit technisch-naturwissenschaftlichen Themen – unabhängig von Herkunft und familiärem Hintergrund“, sagt Max-Martin W. Deinhard, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, und fügt hinzu: „Mit den Angeboten des ‚Hauses der kleinen Forscher‘ unterstützen wir die pädagogischen Fachkräfte dabei, unterschiedliche MINT-Themen aufzugreifen und die Kinder in ihren Einrichtungen beim forschenden Entdecken zu begleiten.“ Diese Grunderfahrung beim forschenden Lernen, sich selbst Dinge erarbeiten zu können und Informationen zu sammeln, sei ein entscheidender Lernerfolg.

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und der fordernden Situation in den Kitas konnten im vergangenen Jahr viele Angebote der IHK Ulm in Präsenz nicht wie geplant stattfinden. „Als Ersatz für unseren jährlichen pädagogischen Fachtag, der dieses Jahr bereits zum elften Mal stattfinden sollte, haben wir im Oktober 2020 eine ‚Online-Lernwoche‘ mit mehreren Lernangeboten geplant und durchgeführt. Zudem gab es im vergangenen Jahr Angebote zu Zertifizierung, Sprachförderung und Bildung für nachhaltige Entwicklung“, berichtet Deinhard von dem Engagement auch während der Pandemie.

 

Zukunftskompetenzen fördern – Institut für Talententwicklung Flensburg

Mit seiner Arbeit führt das IfT fort, wozu das „Haus der kleinen Forscher“ die Grundlagen legt.
© Institut für Talententwicklung Flensburg
Mit seiner Arbeit führt das IfT fort, wozu das „Haus der kleinen Forscher“ die Grundlagen legt.

Das Institut für Talententwicklung (IfT) befasst sich seit über 20 Jahren mit den Themen Berufsorientierung, Talentförderung, freiwilliges Engagement und Regionalentwicklung. Erfreuliche Entwicklung in einem schwierigen Jahr: Im November 2020 übernahm das Unternehmen nach längerer Pause wieder die Netzwerkpartnerschaft für die Region Flensburg. Die Zielgruppe des IfT ist zwar wesentlich älter als die, die das „Haus der kleinen Forscher“ erreichen möchte. Doch schon im Jahr 2012 war der Geschäftsführer des IfT, Roderich Stintzing, von der Vision und Mission der Stiftung begeistert: „Genau die Kompetenzen, die das ‚Haus der kleinen Forscher‘ fördert, wünsche ich mir auch für die Jugendlichen, die ich heute in der Berufsberatung treffe.“ Konkret bedeute das: Offenheit, Interesse, das Selbstbewusstsein, Fragen zu stellen, eigene Rückschlüsse zu ziehen und eine gute Idee davon zu haben, wo die eigenen Neigungen und Fähigkeiten liegen.

„Mädchen und Jungen brauchen die Chance, eigene Talente und Potenziale in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu entdecken, ihre Zukunftskompetenzen zu stärken und damit ihre Bildungschancen zu erhöhen“, ist Roderich Stintzing auch heute noch überzeugt.

Mit seiner Arbeit führt das IfT fort, wozu das „Haus der kleinen Forscher“ wichtige Grundlagen legt. „Denn starke Kinder sind die Voraussetzung für starke Nachwuchskräfte in allen Bereichen von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft – Gebieten, auf denen wir uns engagieren“, sagt Stintzing und führt weiter aus: „Nicht zuletzt geht es dem IfT auch darum, einen Beitrag zur regionalen Entwicklung und Nachhaltigkeit zu leisten – auch hierin stimmen wir mit den Zielen der Stiftung ‚Haus der kleinen Forscher‘ überein.“

Vernetzung, Professionalität und Herzblut – Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT)

Das Netzwerk „Thüringen – Land der kleinen Forscher“ begegnete den Herausforderungen der Corona-Pandemie mit viel Herzblut und Engagement. Mit kreativen Ideen entwickelten die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) gemeinsam mit der Stiftung Bildung für Thüringen und dem „Haus der kleinen Forscher“ Lösungen, um auch in diesen fordernden Zeiten den pädagogischen Fach- und Lehrkräften in Thüringen ein vielfältiges und abwechslungsreiches Fortbildungsangebot anbieten zu können. So entstanden im Frühjahr 2020 u. a. folgende eigene Online-Angebote, die aufgrund des großen Interesses gleich mehrmals im Jahr durchgeführt wurden:

  • „Bunt und vielfältig – BNE-Praxisimpulse für Kita, Hort und Grundschule“
  • „Jede Frage hat ihre Zeit – MINT-Lernaktivitäten ko-konstruktiv begleiten“
  • „Ach, du spielst Mathe? – Praxisimpulse zur mathematischen Bildung in Kita, Hort und Grundschule“
So erlebten die Kinder der vierten Klasse der Staatlichen Grundschule „Anna Sophie“ aus Kranichfeld den "Tag der kleinen Forscher" im STUDIOPARK KinderMedienZentrum in Erfurt.

Für den „Tag der kleinen Forscher“, der pandemiebedingt in den September verschoben wurde, hatte sich das Team etwas ganz Besonderes überlegt: Eine vierte Klasse der Staatlichen Grundschule „Anna Sophie“ aus Kranichfeld begab sich im STUDIOPARK KinderMedienZentrum in Erfurt auf eine virtuell unterstützte und experimentelle Reise „Von der Quelle bis ans Meer – Wasser neu entdecken“. Die Kinder folgten den Spuren des Bibers in einem Schlauchboot auf dem Fluss Werra. Mithilfe von Anschauungsmaterialien und Experimenten konnten sie viel Spannendes und Neues entdecken.

Solche kreativen Aktionen macht das engagierte Team der STIFT immer wieder möglich. Unterstützt und gestärkt wird das Engagement durch professionelle und strategische Vernetzung. So konstituierte sich auf Initiative der STIFT z. B. im November der Thüringer MINT-Beirat – im Jahr 2020 natürlich digital. Dort treffen sich nun in regelmäßigen Abständen Beiratsmitglieder der STIFT, aus Thüringer Ministerien, den Industrie- und Handelskammern, der Landespräsidentenkonferenz der Thüringer Hochschulen, des Wettbewerbs „Jugend forscht“ sowie der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Ziel ist es, die Entwicklung von sieben MINT-Regionen in Thüringen zu begleiten. Dort sollen konkrete Projekte zur Stärkung der naturwissenschaftlich-technischen Bildung etabliert und umgesetzt werden. Der Beirat fördert den Austausch zwischen den unterschiedlichen Engagierten im Bereich MINT, bindet diese in landesweite und regionale Strukturen ein, fördert Kooperationen und setzt Impulse für die MINT-Bildung in Thüringen.

Haus der kleinen Forscher auf Facebook Haus der kleinen Forscher auf Twitter Haus der kleinen Forscher auf Youtube Haus der kleinen Forscher auf Instagram Blog - Haus der kleinen Forscher