Wie wirkt, was wir tun

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ versteht sich als lernende Organisation, die ihre Angebote wissenschaftlich fundiert und sich von namhaften Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen beraten lässt. Die Wirkungen ihrer Angebote untersucht die Stiftung durch eigenes Monitoring und Evaluation. Zudem fördert sie externe Begleitstudien. Darauf aufbauend entwickelt sie ihr pädagogisch-didaktisches Konzept kontinuierlich weiter.

Früher fokussierte sich die Stiftung bei der Fachfundierung und Begleitforschung darauf, Kompetenzmodelle zu entwickeln und zu untersuchen. Aktuell und künftig will sie verstärkt Entwicklungsmodelle erarbeiten und mehr auf die biografische Entwicklung der beteiligten Personen sowie auf die Einrichtungen blicken. Ein solcher prozessorientierter Forschungsschwerpunkt knüpft an die bisherigen kompetenzorientierten Wirkungsstudien an.

Professionelle Entwicklung der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte

Wie wirkt sich der regelmäßige Besuch von Fortbildungen der frühen MINT-Bildung auf die Kompetenzen und Einstellungen der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte aus? Dieser Frage geht die Stiftung nach, um möglichst wirksame Angebote entwickeln zu können. Seit Herbst 2018 führt sie daher eine langfristig angelegte Längsschnittbefragung unter Teilnehmenden ihrer Bildungsangebote durch.
Die Befragung untersucht einerseits, inwiefern sich Fortbildungen der frühen MINT-Bildung auf das fachdidaktische Wissen, die Motivation und Selbstwirksamkeit der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte beim Entdecken und Forschen mit Kindern auswirken. Andererseits interessiert, inwiefern individuelle Eigenschaften wie die Berufserfahrung und Rahmenbedingungen der Bildungseinrichtungen wie der Betreuungsschlüssel mit der Entwicklung der Kompetenzen zusammenhängen. So kann die Längsschnittbefragung die professionelle Entwicklung der Teilnehmenden durch die Fortbildungen nachzeichnen.

Der Besuch von Fortbildungen der Stiftung wirkt sich bei den Teilnehmenden auf den Lernerfolg in den Bereichen Motivation, Selbstwirksamkeit und fachdidaktisches Wissen aus.
© Haus der kleinen Forscher/Clara Teich
Der Besuch von Fortbildungen der Stiftung wirkt sich bei den Teilnehmenden auf den Lernerfolg in den Bereichen Motivation, Selbstwirksamkeit und fachdidaktisches Wissen aus.

Wirkungen der Fortbildungen

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Besuch von Fortbildungen der Stiftung auf den Lernerfolg in den Bereichen Motivation, Selbstwirksamkeit und fachdidaktisches Wissen auswirkt. Sowohl direkt als auch nach einige Monate nach dem Besuch von Fortbildungen zeigen sich Wirkungen auf den selbstberichteten Lernerfolg in den genannten Bereichen und über alle Präsenzfortbildungsangebote hinweg. Besonders ihr fachdidaktisches Wissen zum Entdecken und Forschen mit Kindern schätzen die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte nachher deutlich höher ein. Ihre Motivation und Selbstwirksamkeit, um mit den Mädchen und Jungen zu entdecken und zu forschen, ist bereits vorher hoch und steigt nach der Fortbildung weiter.

Pädagogische Fach- und Lehrkräfte mit mehr besuchten Fortbildungen der Stiftung schätzten ihr Ausgangsniveau in den drei Bereichen vor der Fortbildung höher ein. Besuchten sie zudem mehrere Fortbildungen innerhalb eines Jahres, hielten sie ihr fachdidaktisches Wissen für deutlich höher. Diese Ergebnisse weisen auf längerfristige Effekte der Fortbildungen hin.

Individuelle Eigenschaften und Rahmenbedingungen beeinflussen den Lernerfolg

Mit Blick auf die individuellen Eigenschaften zeigte die Untersuchung, dass Pädagoginnen und Pädagogen, die ihr Ausgangsniveau geringer einschätzten und weniger Berufserfahrung hatten, anscheinend stärker von der Teilnahme an einer einzelnen Präsenzfortbildung profitierten als erfahrenere pädagogische Fach- und Lehrkräfte. Die unterschiedliche berufliche Funktion der Befragten hingegen hatte keinen Einfluss: Alle profitierten gleichermaßen.
Auch die Rahmenbedingungen der Bildungseinrichtungen scheinen Auswirkungen auf den Lernerfolg zu haben – insbesondere der sog. MINT-bezogene Betreuungsschlüssel. Dieser sagt aus, wie viele pädagogische Fach- und Lehrkräfte mit den Mädchen und Jungen – im Verhältnis zur Gesamtzahl der Kinder – zu MINT-Themen in der Kita oder Grundschule entdecken und forschen. Ein besserer Betreuungsschlüssel hängt mit einem höheren Lernerfolg zusammen. Gute Rahmenbedingungen in den Bildungseinrichtungen scheinen demnach wichtig für die Kompetenzentwicklung der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte zu sein.

Zukünftige Untersuchungen der Stiftung werden diesen Aspekt näher beleuchten. Dabei werden weitere individuelle Eigenschaften der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte sowie Rahmenbedingungen der Bildungseinrichtungen in den Blick genommen. Die nächsten geplanten Erhebungen untersuchen zudem, welche Bedingungen dafür sorgen, dass die Teilnehmenden das Erlernte gut in die pädagogische Praxis übertragen können.
Die Ergebnisse der Längsschnittuntersuchung zur Professionalisierung in der frühen MINT-Bildung sind in Band 13  der wissenschaftlichen Schriftenreihe der Stiftung veröffentlicht.

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